Geschichte

Geschichte
 

Chronik unserer Reservistenkameradschaft

Im Jahr 1964 trafen sich einige von der Bundeswehr entlassene Soldaten (Reservisten) aus Etteln und Henglarn, um Erinnerungen und Erlebnisse aus ihrer Bundeswehrzeit auszutauschen. Diese Treffen fanden anfangs im Nachbarort Etteln statt. Doch schon bald wurde festgestellt, daß sich mehr Henglarner als Ettelner Reservisten an diesen Treffen beteiligten. Daher verlegte man die Kameradschaftsabende nach Henglarn.

Der Hauptinitiator dieser Kameradschaftsabende war Hans-Dieter Hustedt, der auch den Vorstand bis 1974 bildete - er war Vorsitzender, Schriftführerund Kassierer in einer Person -. Schon bald wurde die Bundeswehr auf diese Kameradschaft aufmerksam, und die Betreuung der jungen Reservisten wurde von Hauptfeldwebel (Hfw) Kapla vom Kreiswehrersatzamt Detmold übernornmen. Mit ihm wurde wieder eine Brücke zur Bundeswehr geschlagen. In dieser Zeit stießen auch einige Kameraden aus Atteln und Husen zur RK Henglarn. Es wurden Schießveranstaltungen in Augustdorf und Lippstadt durchgeführt und militärsportliche Wettkämpfe veranstaltet, an denen sich auch Soldaten der aktiven Truppen aus Mengeringhausen und Reservisten der RK Westheim beteiligten. Durch diese Aktivitäten kristallisierte sich ein neuer Verein in der Henglauner Vereinslandschaft heraus, der sehr bald von allen Henglarner Vereinen anerkannt und integriert wurde.

Im Jahr 1967 wurde der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehre.V. auf die RK-Henglarn aufmerksam. Der Verband nahm Kontakt mit der RK-Henglarn auf, und die ersten Kameraden traten diesem Verband bei. 1971 hatte die RK Henglam 35 Mitglieder, davon gehörten 18 Mitglieder auch dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr an. Man bemühte sich schon bald, eine Patenkompanie zu bekommen. Dieses gelang dann im Jahr 1968.
Die 3. Kompanie des Versorgungsbataillons 216, stationiert in Augustdorf, hatte sich bereiterklärt, die Patenschaft zu übernehmen. Mit dieser Kompanie wurde eine Nachtübung mit 2 Leopard-Bergepanzern und mehreren Radfahrzeugen der Bundeswehr im Raum Henglarn durchgeführt. Leider hatte diese Patenschaft nur 3 Jahre Bestand und die RK Henglarn mußte wieder ohne Unterstützung einer Patenchaft zurechtkommen.
In den ersten Jahren des Bestehens der noch jungen RK Henglarn hatten Hans-Dieter Hustedt und Hfw Kapla entscheidend zur Entwicklung des Vereins beigetragen. Hfw Kapla sorgte immer wieder für Unterstützung durch die Bundeswehr, wenn die RK eine Übung oder Veranstaltung durchführte. Hans-DieterHustedt verstand es immer wieder, junge Menschen, die gerade ihren Wehrdienst abgeleistet hatten, für die Mitarbeit in der RK zu begeistern. Die Trauer war sehr groß, als Hfw Kapla am 26.2.73 einem Herzinfarkt erlag. Spontan reagierte die RK Brakel und führte seit 1973 alljährlich zu seinem Gedenken den"Jospi-Kapla-Gedächtnismarsch" durch. Bei diesem Marsch ist eine Strecke von ca. 20 km in schwierigem Gelände (Weserbergland) mit vier Kameraden auf Zeit zu bewältigen. Die Ankunft des letzten Kameraden einer Mannschaft wird gewertet. Die Belohnung für dieSiegermannschaft ist ein Wanderpokal. Dieser Pokal ist mittlerweile schon in die Vereinsgeschichte der RK Henglam eingegangen, denn er wurde bereits sechsmal von einer Mannschaft der RK Henglarn gewonnen. In den Jahren 1974, 1975, und 1976 wurde der Pokal in Folge gewonnen, so daß er in den endgültigen Besitz der RK Henglarn überging. Außerdem wurden bei diesem Marsch durchweg gute Plazierungen erzielt.

Als im Jahr 1970 ein englisches Militärflugzeug am Spiekermannweg im Henglarner Wald abstürzte, wobei der Pilot Flight Lieutenant Andrew Frank Bailey ums Leben kam, entschloß sich die RK Henglarn einen Gedenkstein an der Absturzstelle zu errichten.
Alljährlich fand im August an dieser Stelle ein Feldgottesdienst mit anschließendem Frühschoppen statt. Die Kollekte dieser Gottesdienste war immer für kirchliche Zwecke bestimmt. Unterstützt wurden vor allen Dingen die Missionspatres aus unserem Ort, Franz-Josef Altmiks (Ungerloppens Franz-Josef), Hermann Finke (Kauers Hermann), und Pater Weritzaus Etteln, aber auch die Patres Karl Möhring (Cjrund Karl) und Hermann Even (Feitz Hermann), sowie dasFranziskanerkloster in Paderborn.
Im Jahr 1981 stürzte ein Hubschrauber der Polizeistaffel Düsseldorf unweit der vorgenannten Absturzstelle im Henglarner Wald ab. Der Pilot, Rolf Kegel, verlor bei diesem Absturz sein noch junges Leben. Auch an dieser Stelle wurde ein Gedenkstein errichtet. Bei diesen Aktivitäten hat sich Liborius Kahmen, der der RK als förderndes Mitglied angehört, besonders verdient gemacht.

Ein besonders gutes Verhältnis bestand lange Jahre zu den in Essentho stationierten belgischenStreitkräften. Manche Übung wurde zusammen mit den belgischen Kameraden durchgeführt. Den Kameraden unserer RK wurde eine Besichtigung der Flugabwehrstellung in Essentho ermöglicht. Volksläufe von und nach Essentho wurden gemeinsam geplant und durchgeführt. Leider wechselte die Kommandantur in Essentho Anfang der 80er Jahre. Das gute Verhältnis scheiterte schließlich an Sprachschwierigkeiten, da die Flamen gegen Wallonen ausgetauscht wurden.

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte der RK ist der "Hegensdorfer Pokal". Dieser Pokal wurde von der RK Hegensdorf gestiftet. Bis 1987 wurde der Pokalsieger in einem militärsportlichen Wettkampf ermittelt. Unsere RK konnte diesen Pokal einige Male erringen, davon dreimal in Folge.

Seit 1969 ist die Ehrenwache - gestellt durch die RK Henglarn - einfester Bestandteil beim Zapfenstreich des Schützenfestes des Bürgerschützenvereins. Ebenfalls beteiligt sich die RK aktiv an der alljährlich amVolkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof im "Taldes Friedens" bei Böddeken stattfindenden Gedenkfeier für die gefallenen Kameraden der Weltkriege und der Opfer der Gewaltherrschaft.

Im Jahr 1975 hatte die RK Henglarn den Chanty-Chor "Marinekameradschaft Bielefeld" und 1979 an zwei Tagenden Marinechor "Blaue-Jung's" aus Bremerhaven zu Gast. Diese beiden Chöre erfreuten die Besucher in der Henglamer Schützenhalle mit ihren Seemannsliedern und mit ihrem humorvollen Seemannsgarn. 1976 baute die RK in einer von Johannes Drüke gepachteten Scheune ihr RK- Heim, liebevoll "Bunker" genannt. Schon manche Übung wurde hier durchgeführt bzw. fand hier ihren Ausklang. Auch in Zukunft werden in der neuen Hütte noch manche Veranstaltungen stattfinden.
Seit 1980 wird alljährlich die Vereinsmeisterschaft im Luftgewehrschießen um den von Hans-Dieter Hustedt gestifteten Wanderpokal durchgeführt.

Im Jahr 1983 stellte Hans-Dieter Hustedt das Amt des 1. Vorsitzenden, das er seit der Gründung der RK Henglarn im Jahr 1964 innehatte, zur Verfügung. Er wollte das Ruder in jüngere Hände legen. Sein Nachfolger wurde Heribert Müting, der bis zu diesem Zeitpunkt als Kassierer des Vereins Erfahrungen in der Vorstandsarbeit gesammelt hatte. Hans-Dieter Hustedt wurde aufgrund seiner langjährigen und aufopfernden Tätigkeit als Vorsitzender durch die Generalversammlung spontan einstimmig zum Ehrenvorsitzenden der RK Henglarn ernannt.

1986 erfolgte die Eintragung der RK Henglam in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Paderbom. Der Verein nennt sich seither Reservistenkameradschaft Henglam eV. Gleichzeitig ist die RK Mitglied des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr eV. Ziel der RK ist die militärische Weiterbildung, aber vor allem die Pflege, der Kameradschaft.

Am 04.11.89 feierte die RK ihr 25jähriges Vereinsjubiläum. Sie ist die älteste RK im Verteidigungskreis 353 (heute Teil des VBK 35), der die Kreise Paderborn und Höxter umfaßt. Die RK ist immer bereit, gemeinnützige Aufgaben des Dorflebens zu übemehmen. So hat sie neben der Pflege de rbeiden Gedenkstätten am Spiekermannweg im Henglarner Wald auch die Pflege des Steinkistengrabes bei der alten Genossenschaft an der L 818 übemommen.

Der RK Henglam gehören z.Zt. rund 80 Mitglieder an, davon sind Einige keine Reservisten und gehören der RK als fördernde Mitglieder an. Viele Mitglieder sind gleichzeitig Mitglied im Verband der Reservisten der DeutschenBundeswehr eV. Der überwiegende Teil der Mitglieder sind Henglarner. Es gehören der RK aber auch Kameraden aus den umliegenden Ortschaften an. Von den Dienstgraden her reicht die Palette vom Gefreiten bis zum Oberstleutnant. Ebenfalls sind alle Waffengattungen vertreten. Der jetzige geschäftsführende Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender
Stellvertr. Vorsitzender
Kassierer
Geschäftsführer

Daneben gehören dem erweiterten Vorstand an:

Ehrenvorsitzender
Pressewart
Hüttenwart und Kassenprüfer
Schießmeister
Kassenprüfer

Bedenkt man, daß die Veranstaltungen, wie Schießübungen in Augustdorf und Höxter und die militärsportlichen Wettkämpfe, ausschließlich in der Freizeit, an Wochenenden und auf freiwilliger Basis stattfinden und die RK Henglarn bei diesen Veranstaltungen fast immer mit mindestens einer Mannschaft vertreten ist, so ist das ein Zeichen, daß auch die jungen Kameraden bereit sind, für die demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland einzutreten und dazu beitragen wollen, den Frieden zu sichern und die Freiheit zu verteidigen.
Stand man der Reservistenkameradschaft anfangs skeptisch gegenüber, so wird sie heute von der Bevölkerung anerkannt, unterstützt und ist in die Vereinswelt vollintegriert.

Ein Vereinsleben das zum Mitmachen annimiert !!!